Starsand Island Reviewed: Relaxed Island Vacation or Early Access Construction Site?

Wenn Ghibli und Stardew Valley ein Baby miteinander hätten, dann wäre das wohl Starsand Island.

Kennt ihr das? Ihr sitzt auf dem Sofa, während im Hintergrund laut die Spülmaschine rattert. Gleichzeitig versperren euch Wäscheberge die Sicht auf eine rosige Zukunft und euer Terminkalender sagt euch, dass der nächste Urlaub nur noch JAHRE entfernt ist.

Eigentlich wollt ihr nur noch weg. Geld für eine Reise ist allerdings gerade ungefähr so vorhanden wie meine Motivation, die Wäscheberge tatsächlich wegzuräumen. Genau für diese Realitätsflucht wurde Starsand Island geschaffen.

Das Spiel befindet sich im Early Access und schickt euch auf eine wunderschöne Insel voller Landwirtschaft, Tiere und anderer Beschäftigungen. Also habe ich mir meinen PC, mein zweites, allerdings eher virtuelles Zuhause, geschnappt und Starsand Island Review genauer unter die Lupe genommen.

Schließlich wollte ich wissen, ob dieses Spiel auch für meine Seele eine kleine Oase sein könnte. So oder so hatte ich das Gefühl, dass die süße Animegrafik des Spiels guttun würde. Wie süchtig es mich allerdings machen würde, damit hatte ich nicht gerechnet.

Worum geht es in Starsand Island?

Mein Charakter hat die Schnauze voll vom Stadtleben und seiner Arbeit. Ich beginne bereits, gewisse Gemeinsamkeiten zwischen mir und meinem Charakter zu sehen. Also beschließt er spontan, auf seine alte Heimatinsel zurückzuziehen. Dort bekommt man das Haus seines Opas und kann sich anschließend sein eigenes Leben aufbauen.

Dabei fällt ziemlich schnell eine Sache auf: Starsand Island sieht verdammt gut aus.

Ghibli lässt grüßen

Wer den berühmten Ghibli-Stil nicht kennt? Tja, der hat ’ne Bildungslücke und sollte dringend einige Filme wie Chihiros Reise ins Zauberland, Mein Nachbar Totoro oder das wandelnde Schloss schauen. Aber ich erkläre den Begriff auch gerne. Der Stil beschreibt meist handgezeichnete Szenarien mit leuchtenden Farben, sanften Bewegungen und sehr viel Liebe zum Detail.

Genau das beschreibt Starsand Island wirklich verdammt gut!

Alles leuchtet in den schönsten Farben, Delfine springen am Strand aus dem Wasser und sanfte Musik begleitet einen durch die Spielwelt. Nach ungefähr fünf Minuten schaltet das Gehirn deshalb automatisch ab und sagt sich: „Sorry Realität, aber jetzt wohne ich hier“.

Wie spielt sich Starsand Island?

Ich würde persönlich sagen, dass Starsand Island ein derart wilder Mix ist, bei dem man jegliches Zeitgefühl verliert. Also gut aufpassen! Auf der Insel hat man nämlich die Möglichkeit, nicht eine, nicht zwei und auch nicht drei, sondern ganze fünf Professionen unter verschiedenen Lehrern zu meistern.

Diese wären: Landwirt, Angler, Handwerker, Entdecker und knuffige Tiere … Züchter? Dabei haben alle diese Jobs eine ganz schöne Bandbreite. Einfach mal ein paar Blümchen pflanzen wird beispielsweise schnell von der Tatsache überschattet, dass es über 100 verschiedene Pflanzen im Spiel gibt.

Aus ein bisschen gemütlicher Gartenarbeit kann deshalb ziemlich schnell eine ausgewachsene Karriere als virtueller Großgrundbesitzer werden.

Landwirtschaft und Tiere

Natürlich kann man sich später auch Roboter bauen, die einem die Landwirtschaft erleichtern. Und ich muss sagen, meine virtuellen Knie werden mir irgendwann dankbar sein. Außerdem kann man alle möglichen Tiere züchten. Damit meine ich nicht nur Hühner, Gänse, Schafe und all diese NORMALEN Wesen, sondern auch Tiere wie Capybaras.

Und ich meine … hallo???

Capybaras. O.O

Natürlich sind ebenfalls verschiedene Reittiere dabei, wodurch die Erkundung der Insel noch einmal etwas angenehmer wird.

Bauen, erkunden und kämpfen

Auch das Bausystem finde ich genial. Du baust dein Haus frei in der Spielwelt auf und kannst vieles einfach dorthin packen, wo du es haben möchtest. Dadurch bekommt man deutlich mehr Freiheit bei der Gestaltung seines eigenen kleinen Insellebens.

Überraschenderweise besitzt das Spiel zudem sogar ein Kampfsystem!

Im sogenannten Moonlit Forest kann man mit Pfeil und Bogen gegen Gegner antreten. Dadurch besteht das Inselleben glücklicherweise nicht ausschließlich daraus, Gemüse anzustarren und Capybaras hinterherzulaufen. Obwohl ich auch damit vermutlich einige Stunden verbringen könnte.

Was mich an Starsand Island nervt

Natürlich ist auch auf der schönsten Insel nicht alles perfekt. Und damit kommen wir zu meinem persönlichen Erzfeind: der Fahrzeug-Physik aus der Hölle. Du kannst Skateboards, Autos, Hoverboards und viele andere Fahrzeuge freischalten, bauen und kaufen.

Klingt erst mal geil.

Fährt sich aber leider nicht so.

Die Steuerung der Fahrzeuge ist aktuell noch ziemlich hakelig. Deshalb würde ich euch eher empfehlen, ein Motorrad zu nehmen. Mit Autos kommt ihr nämlich teilweise kaum durch die kleinen Gassen. Mein virtuelles Auto und ich haben jedenfalls beschlossen, getrennte Wege zu gehen.

Der Early Access

Dabei sollte man allerdings nicht vergessen, dass sich Starsand Island noch im Early Access befindet. Das bedeutet ganz einfach: Das Spiel ist noch nicht fertig. Daher kann es während des Spielens zu Fehlern und Problemen kommen. Mich persönlich stört das allerdings nicht besonders, solange das Spiel weiterentwickelt und verbessert wird.

Außerdem gab es rund um die Veröffentlichung Diskussionen über kostenpflichtige Extras. Optionale Zusatzinhalte können natürlich gerade bei einem Early-Access-Spiel für Kritik sorgen. Mich persönlich stören beispielsweise zusätzliche Möbelpakete nicht besonders. Trotzdem kann ich verstehen, wenn andere Spieler bei solchen Dingen kritischer sind.

Für wen lohnt sich Starsand Island?

Kauft es, wenn ihr:

  • bereits Hunderte Stunden in anderen gemütlichen Spielen versenkt habt
  • die Ghibli-Optik liebt und einfach entspannen möchtet
  • gerne Dinge automatisiert und optimiert
  • Farming, Tiere, Bauen und Erkunden mögt
  • mit kleineren Early-Access-Problemen leben könnt
  • Capybaras für ein vollkommen legitimes Kaufargument haltet

Kauft es eher nicht, wenn ihr:

  • eine tiefgründige und epische Geschichte erwartet
  • euch Bugs schnell den Spielspaß verderben
  • hakelige Fahrzeugsteuerungen nicht ausstehen könnt
  • ausschließlich komplett fertige Spiele kaufen möchtet

Mein Fazit zu Starsand Island

Starsand Island ist trotz seiner Early-Access-Ecken ein absolutes Suchtmonster.

Es saugt dir die Zeit aus den Rippen wie ein schwarzes Loch, aber seltsamerweise gehst du mit einem Lächeln unter. Wer sich auf den Early Access einlassen möchte, bekommt bereits jetzt massenhaft Inhalt. Gleichzeitig muss man allerdings damit leben können, dass das Spiel an einigen Stellen noch ordentlich poliert werden muss.

Gerade die Mischung aus Farming, Tieren, Erkundung, Bauen und dieser wunderschönen Grafik funktioniert für mich unglaublich gut. Außerdem gibt es ständig irgendeine Kleinigkeit, die man „nur noch schnell“ erledigen möchte. Und wir alle wissen, was „nur noch schnell“ bei solchen Spielen bedeutet.

Für mich ist Starsand Island deshalb eine wunderschöne und süchtig machende Baustelle.

Charmant, aber unfertig.

Rating: 4 out of 5.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *